Kernkompetenzen erfolgreicher Unternehmensführung

EMS Management Insights folgen den Karrierewegen von Führungskräften


Mainz, 22.11.2017 – Von erfahrenen Führungskräften lernen und Impulse für den eigenen Karriereweg sammeln konnten EMS Studierende in der jüngsten Veranstaltung der Reihe Management Insights. Die Autorin und Querdenkerin Evelin Voigt-Eggert hat für ihr Buch „Die Kunst der erfolgreichen Führung – 100 Impulse von 13 klugen Köpfen“ Top-Führungskräfte aus mittelständischen Unternehmen über die Kulturszene bis hin zu Dax-Konzernvorständen zu ihren Strategien und Erfahrungen interviewt. Voigt-Eggert, die selbst 15 Jahre als freie Mitarbeiterin in der Unternehmenskommunikation auch Change-Prozesse in Unternehmen begleitet hat, konnte aus eigener Erfahrung berichten, dass vor allem klassische Hierarchien in Firmen mit Veränderungen oft überfordert seien. Die betroffenen Mitarbeiter würden unzureichend involviert.

Es gebe aber auch positive Beispiele von Führungskräften, denen es gelungen sei, Reformen erfolgreich umzusetzen und diese auch in der Belegschaft zu verankern. So z.B. Dr. Jürgen Weber, der die Lufthansa AG als damaliger Vorstandsvorsitzender vom Staatskonzern zum börsennotierten Unternehmen umwandelte und dem es u.a. durch das Motto „Wir sind Lufthansa“ gelang, unter den Mitarbeitern eine positive Bindung zum Konzern aufzubauen.

Generell gebe es zwischen Führungskräften unterschiedlicher Unternehmen keine großen Unterschiede. Sei es in der Vergangenheit noch so gewesen, dass eine Person die Richtung vorgab und die anderen folgten, finde aktuell ein Wandel von der „Ich-“ zur „Wir-Kultur“ statt, in der jeder seine  Stärke einbringe.

Auf der Grundlage ihrer Recherchen und Gespräche mit Managern hat Evelin Voigt-Eggert fünf allgemeingültige Kernbotschaften für Führungskräfte herausgearbeitet, die sie den Studierenden in ihrem Vortrag vorstellte:

Zu allererst sei es wichtig, dass Verantwortliche die eigene Persönlichkeit aufbauten, indem sie sich selbst weiterentwickelten, in der Lage seien, Fehler zuzugeben und auch mit einem Scheitern umgehen könnten. Häufig erlange man eine Führungsposition über seine fachliche Qualifikation, wobei aber immer wieder die Fähigkeit zum Umgang mit Menschen vernachlässigt würde. „Wer Menschen führen will, muss Menschen mögen“ – dies habe sich besonders in Krisensituationen immer wieder bewährt. Gerade  Entscheidungsträger in den oberen Hierarchiestufen müssten sich ein Netzwerk aus Menschen schaffen, denen sie vertrauen könnten und die sie um Rat fragen könnten.

Als nächstes betonte Voigt-Eggert die Bedeutung von klar formulierten Zielen, die vor allem auch für die Mitarbeiter nachvollziehbar sein müssten. Eindeutig aufgeführte Schritte und Maßnahmen zum Erreichen dieser Ziele sowie die Auseinandersetzung mit den Erfahrungen anderer seien die Voraussetzung dafür, das Team mitzunehmen. Hinzu komme die Fähigkeit, seine Mitarbeiter zu motivieren, in dem man sich z.B. vorstelle, wie es ist, gesiegt zu haben und dann das Glücksgefühl des Sieges schon vor dem Start weitergebe. Durch die so entstandene positive Stimmung ließe sich eine mentale Stärke entwickeln, die auch helfe, unvorhersehbare Hürden zu überwinden.

An dritter Stelle ging Frau Voigt-Eggert darauf ein, dass Führungskräfte Vertrauen und Transparenz gewährleisten müssten. Gerade Vertrauen sei einer der größten Werte im Unternehmen und Transparenz sei die Basis dafür. Allen Mitarbeitern müsse die Chance gegeben werden, die Lage des Unternehmens einzusehen, um sich eine Meinung bilden zu können. Denn: nichts mache argwöhnischer, als nicht Bescheid zu wissen.

Die Vernetzung von Talenten und Förderung von Vielfalt definierte Frau Voigt-Eggert als weitere Kernfähigkeit von Managern. Gerade vor dem Hintergrund, dass man mit zunehmender Expertise in einem Bereich schnell den Blick von außen verliere, der notwendig sei, um Dinge zu ändern, sei man bei Innovationsprozessen darauf angewiesen, Talente von außen in die Abläufe zu integrieren. Dadurch käme Führungskräften zukünftig verstärkt auch die Rolle von Talentscouts zu, die die Weiterbildung fördern und die entscheidenden Menschen zusammenbringen müssten, um so ständig auf einen Pool von Talenten zurückgreifen zu können.

Damit eng verknüpft war auch die abschließende Kernbotschaft, auf die Evelin Voigt-Eggert einging: die Steuerung des Wissenszuwachses. „Eine Investition in Wissen bringt die besten Zinsen“ wusste  schon Benjamin Franklin. Und so müssten auch Führungskräfte ausstrahlen, wie großartig es sei, etwas zu lernen, und mit dieser Emotion ihr Team anstecken. Während Mitarbeiter oft lernten, der Erwartung anderer zu erfüllen, besäßen gute Führungspersönlichkeiten die Fähigkeit, anderen das Gefühl zu geben, etwas wert zu sein, und hätten ein Gespür dafür, Talente zu finden, zu entwickeln und letztendlich den passenden Aufgabenbereichen zuzuordnen.

„Es genügt nicht, dass man zur Sache spricht. Man muss zu den Menschen sprechen.“ Mit diesem Zitat von Stanislaw Jerzey Lec fasste Evelin Voigt-Eggert abschließend ihre Erfahrungen mit den Top-Managern zusammen. Gute Führung fokussiere sich zuerst auf die Menschen und erst dann auf Zahlen und erfolgreiche Manager gingen mit Mut voran, hörten gut zu, teilten Wissen und Gewinne und übten vor allem ihre Tätigkeit gerne und mit Spaß aus.