“Ni Chi Fan Le Ma?“ – Heute schon chinesisch gegessen?

EMS Infosession zur Interkulturellen Kompetenz China


Mainz, 26.10.2017 – „Von der Alltags- zur Firmenkultur“ so das Thema der EMS Career Services Veranstaltung zur Interkulturellen Kompetenz mit dem Schwerpunkt China. Gastreferent Frank Lenhardt  kam während seines Studiums in das Land der Mitte, blieb zehn Jahre und gründete schließlich die Agentur InternChina, um Studenten bei Suche und Absolvieren eines Praktikums in China zu unterstützen.

An der EMS nahm Lenhardt die Studierenden nun für eineinhalb Stunden mit auf einen Kurztrip nach Asien.“Ni Chi Fan Le Ma?“ ist eine gängige Begrüßungsformel, bedeutet aber wörtlich übersetzt „Hast du schon gegessen?“. Anhand dieses Beispiels machte Lenhardt zum Einen den hohen Stellenwert der Ess- und Trinkkultur deutlich, zum Anderen aber auch die enge Verwobenheit von Alltags- und Firmenkultur: „Privates und Geschäftliches ist in China viel stärker miteinander verquickt.“ Die private oder berufliche Einladung zum Essen empfahl Lenhardt auf jeden Fall anzunehmen, denn „Chinesen lernen neue Leute erst beim Essen kennen.“ Die entscheidenden Tipps im Blick auf Sitzordnung, Essgewohnheiten und Konversationsthemen konnten die Studierenden natürlich auch direkt mitnehmen. Denn wer zumindest schon mit ein paar wenigen Elementen der  Alltagskultur vertraut sei, hinterlasse auch bei Kollegen und Arbeitgebern einen guten Eindruck und sichere sich somit berufliche Chancen.

Lenhardt hatte auch wertvolle Erfahrungen für das alltägliche Zusammenleben und -arbeiten mit Chinesen im Gepäck. So ging er z.B. auf die Bedeutung der situativen Ethik sowie die Fähigkeit des „zwischen den Zeilen Lesens“ ein und betonte, dass Mimik und Gestik immer neutral blieben und keine Rückschlüsse auf die eigene emotionale Verfassung zuließen. Offene Kritik – insbesondere gegenüber älteren Respektpersonen – sei tabu, Lob und Komplimente dagegen selbstverständlich.

Auch mit einer vor allem in Deutschland üblichen geradlinigen und langfristigen Planung stoße man in China eher auf Unverständnis. Chinesen kooperierten kurzfristig und auf Umwegen und bauten durch flüchtige, dafür aber zahlreiche Kontakte, ein wesentlich ausgeprägteres Beziehungsnetzwerk auf, als die sehr fokussierten Deutschen, die nur mit den für sie interessanten Kontakten einen intensiven Austausch pflegten.

Aus eigener Erfahrung konnte Lenhardt berichten, dass jeder in seiner Kultur sozialisiert sei und es daher grundsätzlich schwer sei, eine andere Kultur zu übernehmen. Dies sei auch ihm in seinem zehnjährigen Aufenthalt in China nicht gelungen. Unabhängig davon sei es aber wichtig, neue Blickwinkel – auch auf die eigene Kultur – zu erhalten und z.B. unterschiedliche Herangehensweisen an bestimmte Dinge kennenzulernen. „Es tut gut, einmal aus seiner Komfortzone herauszukommen. Das hilft, Dinge anders zu betrachten.“ So ermutigte Lenhardt die Studierenden, sich gerade durch ein Auslandspraktikum auf eine andere Lebensweise einzulassen und dabei so viel wie möglich aus der jeweiligen Kultur mitzunehmen.

Wen nach diesen Einblicken das Reisefieber gepackt hat und wer über ein Praktikum oder einen Jobeinstieg in China nachdenkt, dem stehen Frank Lenhardt und sein Team von InternChina (www.internchina.com) auch nach diesem Abend gerne mit Tipps und Unterstützung zur Verfügung.