Entrepreneurs@EMS geht mit dem Start-Up Tandery in die nächste Runde

EMS Studenten starten als Unternehmensgründer durch


Mainz, 13.09.2017 – Dass „Wirtschaft“ absolut spannend und vielfältig ist und richtig Spaß machen kann, stellten die drei EMS Studenten Nicolas Eckhardt, Jonathan Stoltefaut und Andres Fischer bei einer neuen Ausgabe der Veranstaltungsreihe Entrepreneurs@EMS eindrücklich unter Beweis. Denn das Team des Start-Ups Tandery hat praktisch erlebt, was Prof. Dr. Uwe-Wilhelm Bloos, Standortleiter der EMS, schon in seiner Begrüßung betonte: „Ein eigenes Unternehmen gründen bedeutet, Wirtschaft zu leben.“ Bloos, der selbst als Student zum Gründer wurde, fasste gleich zu Beginn die Kernaspekte beim Aufbau eines Unternehmens zusammen: abgesehen vom Gründungswillen sei zunächst die Identifikation der eigenen Kernkompetenz, des „komparativen Vorteils“ gegenüber anderen, von entscheidender Bedeutung. Die anschließende praktische Umsetzung der Idee mache in einem zuverlässigen Team nicht nur mehr Spaß, die Arbeit im Team helfe vor allem, die Risiken auf mehrere Schultern zu verteilen und das eigene Netzwerk um wertvolle Quellen zu erweitern, die auch von außen Rat und Unterstützung leisten könnten.

Diese Aspekte unterstrich auch Dr. Florian Täube, Professur für International Business und Entrepreneurship an der EMS, in seinem Einführungsvortrag „Entrepreneurship – Thinking outside the box“, ging jedoch zunächst auf die „Angst der Deutschen vor dem Scheitern“ ein. Obwohl die notwendigen Rahmenbedingungen für Unternehmensgründerinnen und -gründer in Deutschland gegeben seien, befände sich das Land nur auf Platz 26 (von 27) der innovationsbasierten Volkswirtschaften. Ausschlaggebend für die geringe Anzahl an Unternehmensgründungen (4,6% der 18 – 64 Jährigen) seien in erster Linie psychologische Faktoren – allen voran die Angst vor dem Scheitern. Noch zu selten sehe man den wertvollen Lerneffekt, den man aus einem Scheitern ziehen könne, so Täube. Allerdings nehme der Optimismus insbesondere unter Hochschulabsolventinnen und -absolventen zu; so halte diese Gruppe mit 57% den größten Anteil derer, die in Deutschland gute Gründungschancen sähen. Gefördert werde der zunehmende Gründungsmut vor allem durch neue Entwicklungen in Form von Konzepten wie dem Intrapreneurship oder dem Corporate Entrepreneurship. Hier werde ein Start-Up als Geschäftseinheit innerhalb eines bestehenden Unternehmens entwickelt, wodurch die Risiken, die mit einem Scheitern verbunden seien, nahezu ausgeschlossen würden.

Den Kern unternehmerischen Denkens veranschaulichte Prof. Täube den Zuhörern sehr praktisch anhand eines Selbstversuchs, der deutlich machte, dass die erstbeste Lösung einer Aufgabe nicht die kreativste und innovativste ist. Unternehmerinnen und Unternehmer stellten immer wieder Annahmen und Hypothesen auf, hinterfragten diese und nähmen sich Zeit, über die erstbeste Antwort hinaus bis zur zweiten oder dritten Lösung zu denken.

Auch die Unternehmer von Tandery konnten bestätigen, dass der Gründungsprozess nicht linear verläuft. Bis zur Umsetzung ihrer Mission, „Smartphonebasics zu attraktiven Preisen für jeden und überall zugänglich zu machen“, nahmen auch sie Umwege im Blick auf das Produktangebot, die Händlerauswahl, alternative Vertriebswege oder das Qualitätsmanagement und Kauf – und das nicht ohne Erfolg: von Beginn an profitabel, beliefert das Unternehmen, das aus den Erfahrungen eines Minijobs an der Tankstelle heraus im November 2015 gegründet wurde, mittlerweile über zweitausend Tankstellen mit seinen preisgünstigen Kabeln und Steckern für Smartphones und hat seinen Umsatz innerhalb des letzten Jahres um mehr als das Zehnfache gesteigert. Hinzu kamen die Anmietung eigener Büroräume und die Anstellung von Mitarbeitern. 

Die drei Fünftsemestler sind nicht nur Kommilitonen, sondern auch sehr gute Freunde, die mehrfach die Bedeutung gemeinsamer Interessen und gegenseitigen Vertrauens für eine erfolgreiche Teamarbeit betonten. Gründung und Führung eines Unternehmens während des Studiums sei zum einen eine besondere Herausforderung, die nur mit effektivem Zeitmanagement zu bewältigen sei, zum anderen aber auch eine große Chance, die den in der praktischen Erfahrung liegenden Lernerfolg unbezahlbar mache – wie auch Prof. Bloos abschließend noch einmal betonte.