Wie funktioniert Facebook bei einer der größten öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten Europas?

Social Media Abteilung des ZDF besucht Masterkurs „Cross Media Management“


Facebook veröffentlichte kürzlich seine Nutzerzahlen für das Jahr 2016: Täglich nutzen über 1 Mrd. Menschen das größte soziale Netzwerk der Erde, rund 25 % mehr als noch im vergangenen Jahr.

Insbesondere Unternehmen haben in den letzten Jahren zunehmend die Wichtigkeit von Facebook erkannt und Möglichkeiten entwickelt, um noch effektiver mit Ihren Kunden zu kommunizieren und Ihre Produkte oder Dienstleistungen bestmöglich zu bewerben.

Doch wie funktioniert Facebook bei einer der größten öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten Europas?

Die Leiterin des Social Media Teams des ZDF erinnerte das Publikum zu Beginn des Vortrags, der im Rahmen des Masterkurses „Cross Media Management“ stattfand an vergangene Zeiten, in denen Fernsehen noch ein Erlebnis war, das mit der gesamten Familie geteilt wurde. Kaum einer wollte damals verstehen, wie dieses Wunderwerk der Technik funktioniert - Fast 80 Jahre später dreht sich unser Alltag um zahlreiche digitale Medien wie dem Internet, Email, Youtube und Smart TV und sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, Snapchat und Co. Für die meisten von uns sind sie kaum mehr wegzudenken und ein wichtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens.

Die Facebook Seite des ZDF kann aktuell über eine halbe Millionen Follower vorweisen – eine beachtliche Zahl, die es zu managen gilt. Für das Social Media Team des Senders ist das eine große Herausforderung, denn die Userzahlen wachsen stetig und es entsteht tagtäglich neuer Content. Außerdem nutzen viele User den mehr oder weniger anonymen Raum des Internets, um ihren Hass kundzutun oder Hetze zu verbreiten. Es gilt, innerhalb kürzester Zeit, das geschriebene Wort einzuschätzen, zu beurteilen und entsprechend  zu handeln. Das fünfköpfige Team der Social Media Abteilung muss dann entscheiden, ob ein Kommentar gelöscht werden muss, weil er zum Beispiel nicht der festgelegten Netiquette des Fernsehsenders entspricht. Eine weitere Möglichkeit ist das Verfassen einer, für alle Nutzer einsehbaren, öffentlichen Antwort. Im Einzelfall müssen manche Nutzer sogar gemeldet werden, weil sie sich mit Ihrer Aussage womöglich strafbar gemacht haben.

„Wer sich als Unternehmen dafür entscheidet auf einem Portal vertreten zu sein“, so die Leiterin, „der muss es auch professionell tun und seinen Content auch entsprechend der Plattform anpassen“.

Zum Abschluss des rund zweistündigen Vortrags schlüpfte das Publikum in die Rolle des Social Media Teams und musste anhand von diversen, teilweise erschreckenden Beispielkommentaren ihre Handlungsempfehlungen abgeben. Die Gruppe war sich einig, dass es aus unternehmerischer Sicht heutzutage unabdingbar ist, mit seinen Kunden über diversen Kanälen zu interagieren und zu kommunizieren, nicht zuletzt um auch wettbewerbsfähig zu bleiben. „Denn wer heutzutage den Anschluss verliert“ so stellte einer der EMS Masterstudenten abschließend fest, „der verliert auch den Kunden.“