Business Insights – „Wir wollen eine einzelhandelsgetriebene Firma werden“

Axel Rübenhagen von der Hugo Boss AG zu Gast an der European Management School


Mainz, 13.5.2014 –  Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Business Insights von Prof. Dr. Ronny A. Fürst in Kooperation mit dem icgrowth Institut begrüßte die European Management School (EMS) Axel Rübenhagen, Senior Head of Business & Strategic Market Development Regional Management Europe & Middle East bei Hugo Boss. In seinem Vortrag "From better to best - transforming Hugo Boss operations and performance" erläuterte er den Studierenden der EMS, wie selbst ein erfolgreiches Unternehmen wie Hugo Boss ständig sein Geschäftsmodell hinterfragen und anpassen muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Gestiegene Bedeutung des Einzelhandels für Hugo Boss

Im Geschäftsjahr 2010 erzielte der internationale Bekleidungshersteller mit Hauptsitz in Metzingen noch einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro. 2013 lag dieser bereits bei 2,4 Milliarden Euro. „Seit 2010 sind wir sehr stark anorganisch gewachsen, nun sind wir an einem Punkt angelangt, wo wir organisch wachsen müssen. Das heißt wir gehen an das Finetuning und fragen uns gezielt, wo unsere Schwächen liegen“, sagte Rübenhagen. Da vor allem die Bedeutung der Großhändler im Bekleidungsmarkt stark zurückgeht, müsse Hugo Boss sein Geschäftsmodell anpassen. „Wir wollen eine einzelhandelsgetriebene Firma werden“, so Rübenhagen. Das bedeutet, dass Hugo Boss vermehrt in den Aufbau eigener Stores investiert, um so seine Produkte ohne Zwischenhändler direkt an den Endkonsumenten zu vertreiben. 2013 betrug der Anteil des Einzelhandelskanals bereits 54 Prozent des Gesamtumsatzes – im Vergleich lag dieser Anteil 2009 bei gerade einmal 33 Prozent. „Durch die gestiegene Bedeutung des Einzelhandels, reichen nicht mehr nur zwei Kollektionen pro Jahr, sondern wir müssen nun vier Kollektionen erstellen“, sagte Rübenhagen zu den Herausforderungen.

Auch das eigene Markenportfolio hat Hugo Boss seit 2010 angepasst. Nun soll eine Marke nicht mehr nur eine bestimmte Preissparte abdecken, sondern sie soll verschiedene Preissegmente bedienen. „Wir müssen mit unserer Zielgruppe wachsen und dazu müssen wir sowohl günstigere als auch hochwertigere Preispositionierungen in unserem Markenportfolio anbieten, um so die gestiegenen Bedürfnisse unserer Kunden über die Jahre zu befriedigen“, sagte Rübenhagen.

Klare Organisationsstrukturen in EMEA schaffen

Axel Rübenhagen ist als Senior Head of Business & Strategic Market Development Regional Management Europe & Middle East vor allem zuständig für die Re-Organisation des Marktes in Europa und dem Mittleren Osten (EMEA). Für Hugo Boss ist dieser Markt mit 59 Prozent Anteil am Gesamtumsatz 2013 der Größte. „Das Ergebnis im EMEA-Markt im letzten Jahr war gut, aber hätte besser sein können, daher haben wir einen Changeprozess eingeleitet“, sagte Rübenhagen. Hierzu sollen klare und einheitliche Organisationsstrukturen innerhalb der einzelnen Länder geschaffen werden. Die grundlegende Strategie wird nun von dem globalen Hauptsitz in Metzingen vorgegeben und von den regionalen Verantwortlichen mit Blick auf die Besonderheiten des entsprechenden Marktes implementiert werden, damit sich die lokalen Einheiten auf den Verkauf konzentrieren können. „Je größer ein Unternehmen, desto komplexer und unübersichtlicher wird seine Struktur, wir wollen nun die Komplexität reduzieren und klare Strukturen schaffen“, sagte Rübenhagen.

Abschließend gab Axel Rübenhagen den Studierenden noch einen Karrieretipp: „Engagement zahlt sich aus! Die Modeindustrie ist durch ein dynamisches Arbeitsumfeld geprägt. Die Bereitschaft sich veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, ermöglicht zudem Perspektiven in unterschiedliche Tätigkeitsfelder.“

Über die Veranstaltung Business Insights:

Business Insights ist eine Veranstaltungsreihe der European Management School (EMS) in Mainz in Kooperation mit dem icgrowth Institut. Hochrangige und erfolgreiche Top-Manager lassen hierbei regelmäßig ausgewählte Gäste und die Studierenden der European Management School an ihren Erfahrungen teilhaben.  Die Referentenliste umfasst zum Beispiel Dag Heydecker (Geschäftsführer des FSV Mainz 05), Dr. Hans-Joachim Momm (Geschäftsführer von Freixenet) und Prof. Dr. Dr. h.c. Claus Köhler (ehem. Rat der fünf Wirtschaftsweisen).

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